Catherine Keener kehrt an die Spree zurück. Nach dem sie 2005 “Capote” im Wettbewerb vorstellte, kam sie nun gemeinsam mit ihren Schauspielkolleginnen Amanda Peet, Rebecca Hall und ihrer Regisseurin Nicole Holofcener und stellte den US-amerikanischen Beitrag “Please Give” vor.
Kate (Catherine Kenner) und Alex (Oliver Platt) sind ein Paar, dass in Manhattan einen Möbelladen betreibt und sich auf Werte aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts spezialisiert hat. Nachschub bekommen sie von den Angehörigen verstorbener Personen. Das Apartment ihrer uralten Nachbarin würden sie gerne kaufen, die Wände rausreißen und ihr Zuhause vergrößern. Sie können es gar nicht abwarten, dass der unhöflichen Dame das zeitliche segnet, doch dann lernen sie die beiden Enkeltöchter kennen. Alex fängt mit Mary (Amanda Peet) eine heimliche Beziehung an. Die andere Enkeltochter, Rebecca (Rebecca Hall), leidet unter der Ignoranz ihrer Schwester der Großmutter gegenüber. Beide Geschichten verbinden sich mit einander und am Ende geht es um Krankheit, Alter, Armut und Tod, doch der Film ist alles andere als traurig. “Ich finde Humor in allen Situationen. So lebe ich. Ich nehme diese Themen schon ernst, bringe aber gerne etwas ein, worüber man lachen kann”, sagte die Regisseurin, die mit Woody Allen-Filmen aufwuchs.
Trotz des hohen Frauenanteils am Set, wäre die Zusammenarbeit perfekt verlaufen, berichteten die vier Damen auf der Pressekonferenz. Oliver Platt konnte leider nicht erscheinen. “Er ist eine sehr lustige Person, aufgeweckt und gut. Und er kommt jedes Mal mit seinem Fahrrad ans Set,” scherzte Keener über ihren Schauspielkollegin. Für sie war “Please Give” bereits die vierte Zusammenarbeit mit der Regisseurin. “Es ist aber jedes Mal anders, weil die Charakteren anders sind”, sagte die gebürtige New Yorker Regisseurin. Und Catherine fügte hinzu: “Jede Freundschaft ändert sich, aber ich finde es großartig mit Freunden zu arbeiten, da man einander vertraut.” Amanda Peet liebt besonders die starken Frauenrollen in Holofceners Filmen. Holofcener dazu: “Ich finde es gibt noch lange nicht genug gute Rollen für Frauen.” Holofcener, die auch das Drehbuch schrieb, wurde laut eigenen Aussagen von ihrem Nachbarn, der das Apartment neben sich kaufen wollte, zu dieser Geschichte inspiriert.
“Please Give” läuft außer Konkurrenz, aber ohnehin arbeiten die Frauen nicht im Filmbusiness um Preise zu ergattern. “Natürlich hoffe ich, dass sich der Film verkauft und dass ich ihn finanziert bekomme und letztendlichen diesen und jeden Schauspieler bekomme, aber auf Preise bin ich nicht aus,” sagte die Regisseurin.
Letztendlich sah man der Low-Budget-Produktion an, dass die Regisseurin frei war und ihr eigenes Konzept fahren konnte. Es machte einfach Spaß in der Großstadtkomödie dem weiblichen Schauspieltrio zu zuschauen.