Berlinale 2008

Archiv der Kategorie ‘Film‘

About Her Brother – Japan – Abschlussfilm

Saturday, den 20. February 2010

Die wechselvolle Geschichte einer Mittelstandsfamilie.

Nach dem Tod ihres Mannes hat Ginko (Sayuri Yoshinaga) zusammen mit ihrer Tochter Koharu (Yû Aoi) und ihrer Schwiegermutter die Leitung von Takano Pharmacy übernommen. Doch Koharu ist im Begriff zu heiraten. Nach der Hochzeit wird sie zu ihrem Mann ziehen und die Leitung der Firma ihrer Mutter und der Großmutter überlassen. Darüber ist sie nicht glücklich.

Auf ihrer Hochzeitsfeier taucht überraschend Ginkos jüngerer Bruder Tetsuro (Tsurube Shôfukutei) auf. Er ist das schwarze Schaf der Familie, ein gescheiterter Sänger, der seinen Unterhalt an einem Straßenstand verdient, an dem er frittierten Fisch verkauft. Tetsuro bewundert seine schöne Nichte und lässt sich zu einem Auftritt zu Ehren des Hochzeitpaares hinreißen, der die Verwandten in spe so erschüttert, dass Ginko sich später für ihren Bruder entschuldigen muss. Am nächsten Morgen ermahnt Ginko ihren zerknirschten Bruder, seine Träume vom Ruhm endlich zu begraben und sich mehr um seine Fischbude zu kümmern.

Einige Zeit ist vergangen, als Ginko von einem Besuch von Koharu überrascht wird. Ihre Ehe scheint in Gefahr zu sein und kurze Zeit später ist sie tatsächlich zerbrochen. Kurz darauf besucht eine Frau aus Osaka Ginko. Hitomi stellt sich als die Ehefrau Tetsuros vor, der sich mit Alkohol und Glücksspiel vollends um Kopf und Kragen bringen würde. Ginko gibt ihr Geld von ihren Ersparnissen. Dann taucht Tetsuro bei seiner Schwester auf. Es kommt zu einem Streit zwischen den Geschwistern, nach dem der Kontakt abbricht. Wieder sind Jahre vergangen, als Ginko einen Telefonanruf erhält. Sie soll nach Osaka kommen …

Mammuth – Frankreich

Thursday, den 18. February 2010

Ein Arbeiter in einem Schlachthof. Ein korpulenter, schweigsamer Kerl. Er ist gerade 60 geworden, und seine Kollegen haben zu seiner Pensionierung eine Abschiedsfeier organisiert. Der Mann hat gearbeitet, seitdem er 16 war. Ist niemals arbeitslos gewesen, niemals krank. Nun hat er einen Termin bei der Pensionskasse und muss erfahren, dass im Laufe seines chaotischen Arbeitslebens sechs Arbeitgeber vergessen haben, seinen Lohn zu melden. Also ist er gezwungen, die entsprechenden Nachweise nachzuliefern.

Auf Druck seiner Frau besteigt unser Held sein altes Motorrad, eine “Mammuth” aus den 70er Jahren, dem der Mann seinen Spitznamen verdankt, und kehrt zurück in die Orte seiner Jugend. Auf seiner Reise trifft er ehemalige Kollegen, alte Freunde, lang verschollene Verwandte. Und ganz allmählich wird ihm klar, dass ihn damals alle für einen Idioten gehalten haben – und dass sie es auch heute noch tun.

Der Selbstzweifel, der an ihm nagt, und die Erinnerung an Yasmine, seine erste große Liebe, die er bei einem dramatischen Motorradunfall verlor, sorgen dafür, dass der Anlass seiner Unternehmung zur Nebensache wird. In dieser Situation rettet ihn seine junge Nichte, die ihn mit naiver Kunst und ihren unkonventionellen Freundinnen bekannt macht, was den begeisterten Dichter in ihm weckt, der in ihm schlummerte.

Mammuth (Gérard Depardieu) ist nämlich gar nicht der dumpfe Kerl, für den ihn alle hielten. Es ist nur so, dass der traumatische Verlust Yasmines ihn damals blockiert und die Reaktion der anderen auf seinen Mangel an Kultur ihn gelähmt haben. Nun aber kommt für ihn die Zeit der Wiedergutmachung!

The Killer Inside Me – USA/Großbritannien

Thursday, den 18. February 2010

Ein Neo-Noir-Film nach einem der großen Klassiker der hartgesottenen Pulp-Literatur:

Michael Winterbottoms neuer Film basiert auf einem Roman des aus Oklahoma stammenden Kriminalschriftstellers Jim Thompson (1906 –1977), der als Drehbuchautor für Stanley Kubrick arbeitete und mit seinen Romanen die Vorlage für Filme wie “Getaway” (Sam Peckinpah, 1972), “Der Saustall” (Bertrand Tavernier, 1981) und “The Grifters” (Stephen Frears, 1990) geliefert hat. “Der Mörder in mir” – 1952 erschienen und 1976 bereits schon einmal, vom Regisseur Burt Kennedy mit Stacy Keach in der Hauptrolle, verfilmt – gehört zu den persönlichsten Werken dieses oft unterschätzten Autors, dessen Vater in Oklahoma als Sheriff arbeitete, bis er wegen Veruntreuung angeklagt wurde und nach Mexiko floh.

Ein korrupter Sheriff steht auch im Mittelpunkt dieser Geschichte: Lou Ford (Casey Affleck), ein scheinbar menschenfreundlicher Deputy, dem die Sympathien so ziemlich all seiner Mitbürger gehören. Sogar mit den Ganoven in seiner Kleinstadt kommt er ganz gut klar – sie nehmen ihn einfach nicht ganz für voll. Doch hinter der Fassade des gutmütigen Biedermanns verbirgt sich ein unberechenbarer Beamter. Denn Lou hat einen Haufen Probleme. Probleme mit Frauen und Probleme mit der Strafverfolgung, seitdem die Zahl der Mordopfer in seinem kleinen Distrikt eine beunruhigende Größenordnung annimmt. Irgendwann bleibt es nicht aus, dass ein schlimmer Verdacht sich gegen Lou selbst richtet. Und dass herauskommt, wer der Mann in Wahrheit ist. Ein Sadist. Ein Psychopath. Ein eiskalter Mörder.

Eine Familie – Dänemark

Thursday, den 18. February 2010

Ditte (Lene Maria Christensen) ist die Tochter einer berühmten dänischen Bäckerfamilie, der Rheinwalds. Sie lebt in Kopenhagen, ist eine erfolgreiche Galeristin und ständig unterwegs.

Als man Ditte ihren Traumjob in New York anbietet, entscheidet sie sich gemeinsam mit ihrem Freund Peter (Johan Philip Asbæk), das Angebot anzunehmen und in den Big Apple zu ziehen. Die Zukunft scheint strahlend, das Leben macht Spaß und ist unkompliziert.

Das Paar ist fast schon auf dem Weg nach Amerika, da wird Dittes Vater, den sie außerordentlich liebt und bewundert, der Bäckermeister Rikard Rheinwald (Jesper Christensen), Hoflieferant des dänischen Königshauses, ernstlich krank.

Ohne zu zögern sagt Ditte den Umzug nach New York ab, um ihm zur Seite zu stehen. Doch es dauert gar nicht lange, da gerät auch Dittes eigenes Leben völlig aus dem Gleichgewicht.

Denn ihr Vater Rikard verlangt, dass Ditte in Anbetracht seiner schweren Erkrankung den frei gewordenen Platz im Familiengeschäft der Rheinwalds ausfüllt und die Leitung des Bäckereibetriebes übernimmt.

Auf der anderen Seite wirft ihr Freund Peter seine ganze Überredungskraft in die Waagschale. Er versucht sie von diesem Vorhaben abzubringen, fürchtet er doch, dass Ditte aus familiären Rücksichten ihren gemeinsamen Lebenstraum aufgibt.

Der Ghostwriter – Kritik

Thursday, den 18. February 2010

Der Ghostwriter (The Ghost Writer) Mit Spannung erwartete man auf der 60. Berlinale die Wettbewerbspräsentation des neuesten Werkes von Oscar-Preisträger Roman Polanski, sollte “Der Ghostwriter” über einen ehemaligen Staatschef und dem Verfasser seiner Memoiren doch nach zwanzig Jahren wieder einmal der erste zeitgenössische Thriller für ihn werden. Die zentrale Figur des früheren Premierministers Adam Lang könnte man als nur leicht fiktionalisierte Person aus dem wahren Leben halten. Die Analogien zu Tony Blair, der von 1997 bis 2007 als Vorsitzender der Labour Partei Premierminister von Großbritannien war, sind nicht nur verblüffend, sondern liefern auch einen brisanten zeitgemäßen Filmstoff. Schlagzeilen im Film wie Großbritanniens Beteiligung und die Unterstützung der USA im Irak-Feldzug sind nahezu unmissverständlich, dennoch entstand die Idee für diese Konstellation bereits15 Jahre bevor Tony Blair an die Macht kam. “The Ghost”, so der passende Titel der Romanvorlage von Robert Harris, bezieht sich sowohl auf den Profi-Ghostwriter, der von Ewan McGregor verkörpert wird, seinem Vorgänger, der auf mysteriöse Weise umgekommen ist, sowohl aber auch auf Adam Lang, der ein Gespenst seines früheren Selbst ist.

Die Erzählweise ist angelehnt an Klassikern des Suspense-Großmeisters Alfred Hitchcock. Wir folgen dem Protagonisten, wie er einen Job annimmt und in eine für ihn entfernte Welt eindringt, in der sich alle Geschehnisse nach perfekt scheinender Logik abspielen. Je tiefer er in die Geschichte involviert wird, desto verrückter wird seine Situation. Wir beobachten durch seinen Blickwinkel wie Personen der Macht Macht verlieren und wie sie sich an ihr neues Leben gewöhnen müssen. Die Reise führt ihn auf eine Insel an der Ostküste, ins Exil des Premiers, wo das abgeriegelte, moderne und sterile Haus den Ex-Politiker zwar vom regnerisch kalten Wetter, jedoch aber nicht von den Kritikerstimmen aus dem Heimatland abschotten kann. Er wird wegen Kriegsverbrechen angeklagt.

Die Essenz des Films lässt sich nicht auf eine einzelne wahre Persönlichkeit eingrenzen. Vielmehr dienen das Spektrum an Beispielen der Verzwickung der Strukturen der Macht und der Aufbau der Politik fern der Öffentlichkeit als Sprungbrett in eine stimmungsvolle Atmosphäre von atemberaubenden Verrat, Bedrohungen und Doppeldeutungen. Die politischen Dimensionen in all ihrem Wahnsinn sind lediglich Taktgeber für unseren Protagonisten und navigieren ihn mit seinem liebenswerten Charme und Sinn für Humor durch die Geschichte. Spannungsgeladene Szenarien entstehen durch das Verhältnis zwischen der Berufsgattin getarnt in der Assistentin des Politikers, die ihren Chef mit einer Loyalität beschützt, die über die normalen Pflichten hinausgeht und der tatsächlichen Ehefrau, die mit dem Ghostwriter etwas Amouröses eingeht. Die Aufgabe des Ghostwriters das Manuskript umzuschreiben stellt ihn nicht nur vor die Möglichkeit, in dem vorhandenen Material einen Hinweis über den plötzlichen Tod seines Vorgängers zu finden sondern auch Licht ins Dunkle zu bringen.

Trotz vielen gängigen Stilmitteln des Genres lässt Polanski in jeder Szene so viel außen vor, dass man seine Indizien immer wieder aufs Neue sortieren muss. Gezielt steuert er einem langsam, aber keineswegs langatmig in eine Falle, damit man am Ende den Höhepunkt genauso intensiv erleben kann wie die Protagonisten. Ewan McGregor geht in seiner Rolle als Sympathieträger völlig auf und wird durchschnittlich von den beiden Frauenparts von Kim Cattrall und Olivia Williams unterstützt. Pierce Brosnan kann sich in seinem fragwürdigen Charakter jedoch nicht großartig entfalten. Untermalt wurde das Ganze mit einem grandiosen Soundtrack von Alexandre Desplat.

Fazit: Polanski liefert einen meisterhaft inszenierten mit Spannung geladenen Thriller über Macht und Korruption und stellt in den Vordergrund, dass Politiker Nutznießer wie Opfer des Magnetismus der Macht sein können. Der düstere Touch gerade am Ende der Geschichte, der zur großen Erkenntnis führt, zeigt, das politische Karrieren oftmals auch etwas von Tragödien haben.

5 von 6 Sternen

Puzzle – Argentinien/Frankreich

Wednesday, den 17. February 2010

Zu ihrem 50. Geburtstag bekommt Maria (María Onetto) von ihrer Familie ein Puzzle geschenkt. Ihre Freude ist groß, besonders, weil Maria eine erstaunliche Entdeckung macht: Puzzeln bringt nicht nur Spaß, im Puzzeln ist die geduldige Hausfrau einfach spitze. Begeistert von ihrer neuen Leidenschaft geht sie gleich in den Laden, in dem ihr Geschenk gekauft wurde, um Nachschub zu holen. Dort stößt sie auf einen Anschlag an der Pinnwand: Partner für den Puzzlewettbewerb gesucht. Maria nimmt ihren ganzen Mut zusammen, ignoriert alle familiären Vorbehalte und Ängste und meldet sich.

Der Schreiber des Zettels ist ein älterer Junggeselle, der in einer eindrucksvollen Stadtvilla lebt und von Marias anarchischem Puzzlestil hingerissen ist. Ihr gemeinsames Ziel wird der Puzzle World Cup in Deutschland. Doch vorher müssen Maria und ihr Partner noch die örtliche Ausscheidung überstehen. Gefesselt von ihrem neuen Hobby und unwiderstehlich angezogen von der fremden Welt der Reichen, flunkert Maria ihre Familie an, um ungestört trainieren zu können. Sie büffelt die Regeln, taucht immer tiefer in die Welt der Puzzles ein und unternimmt mit ihrem Mitstreiter alles, um den gemeinsamen Traum wahrzumachen und das Puzzle-Championat nach Argentinien zu holen.

Marias Familie ahnt nichts von ihrer neuen Leidenschaft, mit der weder Mann noch Söhne etwas anfangen können. Das Puzzle wird zur ernsten Belastungsprobe, und Maria muss sich entscheiden, was sie den Jungs zumuten will.

Jud Süss – Film ohne Gewissen – Österreich/Deutschland

Wednesday, den 17. February 2010

Ferdinand Marian (Tobias Moretti) war der Schauspieler, der 1940 die Titelrolle in Veit Harlans NS-Propagandafilm Jud Süss übernahm, in der er brillierte und an der er zerbrach.

Schon während der Dreharbeiten spitzt sich die Situation in Marians Umfeld zu. Seine Frau beginnt sich von ihm abzuwenden, weil sie nicht erträgt, wie ihr Mann sich verändert. Der nationale und internationale Erfolg von “Jud Süss”, der bei der Premiere während des unter Mussolini ins Leben gerufenen internationalen Filmfestivals von Venedig das Publikum begeistert, ist da nur ein kurzes, rauschhaftes Intermezzo. Zunehmend durchschaut der neue NS-Superstar die gesellschaftliche Wirkung seines Films und den verbrecherischen Charakter des Regimes. Nicht nur, weil viele seiner Freunde emigrieren mussten, sondern auch, weil die Marians den jüdischen SchauspielerAdolf Wilhelm Deutscher (Heribert Sasse) in ihrem Gartenhaus verstecken, bis ein Dienstmädchen Deutscher an ihren SS-Freund verrät.

Marians Alkoholexzesse und Seitensprünge sind verzweifelte Ablenkungsversuche – doch sie erregen auch das Missfallen des Propagandaministers. Um ihn unter Kontrolle zu bringen, lässtGoebbels (Moritz Bleibtreu) Marians Frau Anna (Martina Gedeck) deportieren. Allerdings beschleunigt das nur den Niedergang des Schauspielers, für den auch seine tschechische Geliebte Vlasta (Erika Marozsán) keinen Halt mehr bedeutet. Vom größten Erfolgsfilm seines Lebens will er nichts mehr wissen.

Nach Kriegsende erlebt Marian, wie sich viele der anderen am Film beteiligten Künstler reinwaschen, allen voran der Regisseur und Nazipropagandist Veit Harlan (Justus von Dohnanyi). Bei einem Sommerfest in München begegnet er dem KZ-Überlebenden Deutscher wieder, der ihm von Annas Tod berichtet. Als er auch noch mit ansehen muss, wie Vlasta mit einem US-Soldaten intim wird, bricht er zusammen. Er setzt sich ins Auto für eine Fahrt ohne Wiederkehr.Ferdinand Marian (Tobias Moretti) war der Schauspieler, der 1940 die Titelrolle in Veit Harlans NS-Propagandafilm Jud Süss übernahm, in der er brillierte und an der er zerbrach.

Schon während der Dreharbeiten spitzt sich die Situation in Marians Umfeld zu. Seine Frau beginnt sich von ihm abzuwenden, weil sie nicht erträgt, wie ihr Mann sich verändert. Der nationale und internationale Erfolg von “Jud Süss”, der bei der Premiere während des unter Mussolini ins Leben gerufenen internationalen Filmfestivals von Venedig das Publikum begeistert, ist da nur ein kurzes, rauschhaftes Intermezzo. Zunehmend durchschaut der neue NS-Superstar die gesellschaftliche Wirkung seines Films und den verbrecherischen Charakter des Regimes. Nicht nur, weil viele seiner Freunde emigrieren mussten, sondern auch, weil die Marians den jüdischen Schauspieler Adolf Wilhelm Deutscher (Heribert Sasse) in ihrem Gartenhaus verstecken, bis ein Dienstmädchen Deutscher an ihren SS-Freund verrät.

Marians Alkoholexzesse und Seitensprünge sind verzweifelte Ablenkungsversuche – doch sie erregen auch das Missfallen des Propagandaministers. Um ihn unter Kontrolle zu bringen, lässt Goebbels (Moritz Bleibtreu) Marians Frau Anna (Martina Gedeck) deportieren. Allerdings beschleunigt das nur den Niedergang des Schauspielers, für den auch seine tschechische Geliebte Vlasta (Erika Marozsán) keinen Halt mehr bedeutet. Vom größten Erfolgsfilm seines Lebens will er nichts mehr wissen.

Nach Kriegsende erlebt Marian, wie sich viele der anderen am Film beteiligten Künstler reinwaschen, allen voran der Regisseur und Nazipropagandist Veit Harlan (Justus von Dohnanyi). Bei einem Sommerfest in München begegnet er dem KZ-Überlebenden Deutscher wieder, der ihm von Annas Tod berichtet. Als er auch noch mit ansehen muss, wie Vlasta mit einem US-Soldaten intim wird, bricht er zusammen. Er setzt sich ins Auto für eine Fahrt ohne Wiederkehr.

On the Path

Wednesday, den 17. February 2010

Bosnien und Herzegowina/Österreich/Deustchland/Kroatien

Luna (Zrinka Cvitesic) und Amar (Leon Lucev) sind ein Paar. Ihre Beziehung ist schweren Belastungen unterworfen. Zunächst verliert Amar seine Anstellung, weil er bei der Arbeit betrunken war. Luna macht sich daraufhin große Sorgen, ob ihr ohnehin schon fragiler Traum, gemeinsam mit Amar ein Kind zu haben, sich noch realisieren lässt. Ihre Befürchtungen, die gemeinsame Zukunft betreffend, nehmen zu, als Amar einen gutbezahlten Job in einer muslimischen Gemeinde annimmt, die Stunden von ihrem gemeinsamen Wohnort entfernt ist.

Erst nach einer beträchtlichen Zeit, in der es zwischen beiden keinen Kontakt gegeben hat, ist es Luna erlaubt, Amar in dieser Gemeinde konservativer Wahhabiten, die an einem idyllischen See gelegen ist, zu besuchen. Sie stellt fest, dass die Männer und die verschleierten Frauen dort strikt voneinander getrennt und unter strenger Überwachung leben. Luna bittet Amar, zu ihr nach Hause zurückzukehren, doch Amar beharrt darauf, dass das Leben in der isolierten Gemeinschaft der Gläubigen ihm Frieden bringt und ihn vom Trinken abhält.

Als er einige Wochen später nach Hause kommt, stellt Luna fest, dass sich Amars Verhältnis zur Religion tiefgreifend verändert hat. Amar behauptet zwar, dass es ihm bloß darum ginge, ein besserer Mensch zu werden, doch Luna fällt es enorm schwer, ihm dabei zu folgen. Sie beginnt all das, woran sie bislang geglaubt hat, in Frage zu stellen – sogar ihren Wunsch nach einem Kind. Als dann auch noch die Wunden ihrer vom Krieg bestimmten Vergangenheit wieder aufbrechen, stellt Luna sich die Frage, ob Liebe wirklich ausreicht, sie und Amar zusammenzuhalten und ihnen einen gemeinsamen Weg in eine glückliche Zukunft zu weisen.

Donnerstag, 18.02. – Tag 8

Wednesday, den 17. February 2010

Heute läuft die deutsch-österreichische Koproduktion “Jud Süss – Film ohne Gewissen” im Wettbewerb, zu dem der bosnische Bitrag “On the Path” und der Film “Puzzle”. Und gleich werde ich wieder alle Filme im Einzelnen vorstellen.

Jackie Chan stellte Little Big Soldier vor

Wednesday, den 17. February 2010
Jackie Chan Euphorisch wurde der chinesische Schauspieler Jackie Chan bei der Europa-Premiere seines Films “Da bing xiao jiang” (“Little Big Soldier”) gefeiert, der in der Sektion Berlinale Special während der 60. Berlinale lief.

Nicht nur im Friedrichstadtpalast sang Jackie Chan den Zuschauern ein Ständchen, sondern auch schon am Tage zuvor gab er den Vertretern der Presse eine Probe seiner Gesangskünste. Aber in seinem neuesten Film wird nicht nur gesungen, natürlich auch gekämpft, aber eher für den Frieden. “Das ist ein Film, der für die ganze Welt gemacht wurde,” so der Regisseur Sheng Ding.

Vielen Dank an den Fotografen Thorsten Meiritz, der freundlicherweise die Fotos zur Verfügung stellte.

Hier der Inhalt:
Der Film erzählt die Geschichte eines Soldaten und eines Generals.

Der Film spielt in jener herrscherlosen Zeit, die die Geschichtsschreibung die “Zeit der Streitenden Reiche” (475 v. Chr. − 221 v. Chr.) nennt. Die Periode war politisch instabil, gleichwohl bewirkte die Konkurrenz zwischen den Reichen eine Blüte der Philosophie, der Literatur, der Künste und der Technologie. Mehr als zwei Dutzend Fürstentümer rangen miteinander um die Vorherrschaft. Am Ende ging aus diesem Kampf das Königreich von Qin als stärkster Staat hervor und legte damit den Grundstein des chinesischen Kaiserreichs.

Im Anschluss an eine der vielen Schlachten spielt die Handlung des Films. Ein alter Soldat (Jackie Chan) des Fürstentums Liang hat einen jungen General (Lee-Hom Wang) gefangen genommen, der für die Fürsten von Wei gefochten hat. Ohne Glück: Fast alle Soldaten sind in der Schlacht gefallen. Der Soldat will ihn nun in seine weitentfernte Heimat zurückbringen und die dafür übliche Belohnung kassieren. Mit ihrer Hilfe bräuchte er keinen weiteren Kriegsdienst zu leisten, sondern könnte sich wieder als Bauer in seiner Heimat niederlassen.

Die Reise dieser beiden von Herkunft und Charakter so unterschiedlichen Männer entwickelt sich zu einem Abenteuer. Unterwegs bekommen sie es mit Verfolgern, Entführern, Schwindlern und allen möglichen Schwierigkeiten zu tun. Nicht zuletzt werden sie immer wieder mit den desaströsen Folgen des Krieges konfrontiert.

Am Ende ihrer langen Reise bringt der Soldat den General tatsächlich nach Liang. Doch inzwischen wurde das Fürstentum vom stärkeren Qin okkupiert.