Berlinale 2008

Freitag, 15. Februar - Tag neun der 58. Berlinale

dieschwesterderkoenigin_07.jpgDas Highlight des neunten Berlinaletages bildet zweifelsohne die amerikanisch-britische Co-Produktion “Die Schwester der Königin” von Regisseur Justin Chadwick, denn der Beitrag, der außer Konkurrenz auf dem Festival gezeigt wird, bietet einmal mehr Hollywoodglanz pur. Neben dem Regisseur werden die Hauptdarsteller des Films, Scarlett Johannson, Natalie Portman und Eric Bana für die Premiere des Films, die um 19.30 Uhr im Berlinale-Palast stattfinden wird, erwartet. Das Historiendrama, dass auf dem gleichnamigen Bestseller von Autorin Philippa Gregory basiert, blickt hinter die Kulissen der Geschichtsschreibung: Aufgestachelt durch den Ehrgeiz ihrer Familie werden die beiden wunderschönen Schwestern Anne (Natalie Portman) und Mary (Scarlett Johansson) Boleyn zu Rivalen im Kampf um Gunst und Liebe des Königs von England, Heinrich VIII. (Eric Bana). Es beginnt ein faszinierendes Spiel der Intrigen und bald eint zwar beide Schwestern die Liebe zum König, aber nur eine von ihnen wird für kurze Zeit zur Königin. Es ist die aufregende Geschichte Anne Boleyns aus der Sicht ihrer Schwester - ein prachtvolles Puzzle aus Verrat, Leidenschaft und Liebe. Europa im religiösen Umbruch und die Tücken des Lebens am Hof sind die Leinwand für dieses sinnliche Gemälde des 16. Jahrhunderts.

Als erster Beitrag des Tages ist ein weiterer Film zu sehen, der während der Berlinale außer Konkurrenz läuft - die Rede ist von dem polnischen Weltkriegsdrama “Katyn”, das von Ehrenbär-Preisträger Andrzej Wajda in Szene gesetzt wurde.  Der Film erzählt die Geschichte jener polnischen Offiziere, die vom sowjetischen Geheimdienst NKWD im Frühjahr 1940 bei Katyń ermordet wurden, sowie vom Schicksal ihrer Familienangehörigen, die oft jahrelang auf die Heimkehr ihrer Ehemänner, Väter, Söhne oder Brüder warteten. Nach dem Überfall durch die deutsche Wehrmacht am 1. September 1939 und der Besetzung Ostpolens durch die Rote Armee als Folge des Hitler-Stalin-Pakts wenige Wochen später gerieten alle Offiziere der polnischen Armee – aber auch zahlreiche Reservisten, Polizisten und Intellektuelle – in sowjetische Gefangenschaft.

Der einzige Wettbewerbsbeitrag des heutigen Tages hat am späten Abend seine Premiere. Das US-Drama von Lance Hammer ist gleichzeitig der letzte Betrag, der ins Rennen um den begehrten Goldenen Bären geht. Der Film dreht sich um einen jungen Drogenkurrier, eine besorgte Mutter und um einen unlösbaren Konflikt. Das winterliche Mississippi-Delta liefert den Hintergrund für dieses sozial-realistische Drama aus dem Süden der USA. Hier leben der zwölfjährige James (JimMyron Ross) und seine Mutter Marlee (Tarra Riggs), die hart darum kämpfen muss, den gemeinsamen Lebensunterhalt zu verdienen. Viele Stunden am Tag verbringt sie mit schlechtbezahlter Arbeit, James ist dann sich selbst überlassen. Bei seinen Streifzügen durch die Umgebung schließt der Junge Bekanntschaft mit einer Gruppe Teenager, bei denen er Eindruck schinden möchte. Deshalb erklärt sich James auch bereit, mit seinem Motorrad gelegentlich Drogen zu transportieren, was seine neuen Frende sehr zu schätzen wissen.
Doch dann droht James das Opfer einer Gewalttat seitens seiner neuen Freunde zu werden. Daraufhin schnappt sich Marlee den Jungen und flieht mit ihm nachts über das Wasser zu Lawrence (Micheal J. Smith Sr.), einem Mann mittleren Alters, der 15 Meilen entfernt traurig und einsam auf einem kleinen Anwesen lebt. Einerseits finden sie hier Sicherheit - andererseits bricht damit aber auch ein bösartiger und unlösbarer Konflikt wieder auf, der seit James’ Geburt zwischen Lawrence und Marlee besteht. Zwar hat Lawrence für sein eigenes Leben keinerlei Hoffnung mehr, zwar lastet eine schwere Schuld auf dem selbstmordgefährdeten Mann, doch nun ist das Leben eines Kindes in Gefahr - eines Kindes, dem er von Nutzen sein kann.

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