Berlinale 2008

Donnerstag, 14. Februar - Tag acht der 58. Berlinale

feuerherz_06.jpgDer Valentinstag beginnt mit dem herzergreifenden Drama “Feuerherz”. Darin wird die schockierende Geschichte der eritreischen Kindersoldatin Awet geschildert. Eritrea, Anfang der 80er Jahre. Das Mädchen Awet wird als Kleinkind von ihrer Mutter verlassen und wächst – mitten in den Wirren des Unabhängig­keits­krieges Eritreas gegen Äthiopien – in einem Waisenhaus in Asmara auf. Sie wird von italienischen Schwestern im katholischen Glauben erzogen. Schon früh zeigt sich ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, schon als kleines Mäd­chen versucht sie sich durchzusetzen und gegen Unrecht zu protestieren.
Nach einigen Jahren holt ihr verschwunden geglaubter Vater sie zu sich und seiner neuen Familie. Aber dort ist Awet nicht willkommen. Ihr Vater schikaniert sie und übergibt sie schließlich zusammen mit ihrer Schwester an eine der eritreischen Befreiungsarmeen. Die beiden Mädchen kommen in ein Lager, in dem sie zu Soldaten ausgebildet werden sollen. Awet muss sich an ein hartes Leben gewöhnen. Hunger, Einsamkeit und die viele Arbeit im Lager machen ihr das Überleben schwer. Awet erlebt den ganzen Wahnsinn des Krieges und wird konfrontiert mit Tod und Fanatismus. Doch ihr “Feuerherz”, ihr Mut und ihr Gewissen weisen ihr einen Weg aus einem schrecklichen Schicksal.
“Feuerherz” wurde in der eritreischen Landessprache Tigrinya gedreht. Regisseur Luigi Falorni: “Nachdem die eritreische Regierung die Drehgenehmigung blockierte, haben wir die Dreharbeiten in Nairobi vorbereitet, weil in Kenia die größte emigrierte eritreische Volksgruppe lebt. Beim Casting waren sowohl die Beherrschung der Landessprache Tigrinya als auch die noch vorhandene Bindung an die eritreischen Traditionen und Lebensart die entscheidenden Kriterien.”
Zur Premiere, die um 16.30 Uhr im Berlinale-Palast von statten gehen wird, sind neben dem Regisseur unter anderem die Produzenten Sven Burgemeister und Andreas Bareiß sowie Günter Haverkamp, ein Mitglied der Aktion Weißes Friedensband, geladen.

Seine Fortsetzung findet der heutige Wettbewerbstag um 19.30 Uhr in dem Drama “Restless”. Darin geht es um einen Mann, der seine Vergangenheit hinter sich lassen will und doch unverhofft wieder von ihr eingeholt wird: Moshe ist am Ende. Die vielen kleinen Geschäfte, die er in New York betreibt, geben nichts mehr her. Vor 20 Jahren war Moshe ein einigermaßen erfolgreicher Schriftsteller in Israel. Zu seinem Leidwesen war die öffentliche Resonanz auf seine Arbeit allerdings nicht so groß, wie er sie verdient zu haben glaubte. Als dann auch noch sein Sohn zur Welt kam, gewann das Gefühl, in eine Falle geraten zu sein, endgültig Oberhand. Enttäuscht verließ er das Land und ging nach Amerika. Dort wollte er versuchen, sein Glück zu machen. An das, was hinter ihm lag, verschwendete er keinen einzigen Gedanken mehr.
Tzach dient als Soldat in einer Elite-Einheit der israelischen Armee. Er ist ein Draufgänger, der bewusst das Risiko sucht – als gäbe es da eine innere Verletzung zu überwinden. Dann stirbt eines Tages seine Mutter, und der junge Mann, der ohne Vater aufwuchs, findet zwischen ihren Papieren die Adresse des Mannes, dem er sein Erdendasein verdankt. Tzach entschließt sich, den Kontakt zu ihm aufzunehmen, jetzt wo der ganze Groll, der all die Jahre in ihm geschlummert hat, wieder aufbricht.
Als Tzach sich bei ihm meldet, verändert das radikal Moshes Leben. Seine gesamte Existenz, die auf der Verleugnung der Vergangenheit beruht, gerät dadurch ins Wanken. Fortan befinden sich Vater und Sohn auf einem Kollisionskurs nicht allein mit dem Schicksal – auch zwischen ihnen beiden wird es zur Konfrontation kommen. Und Moshe muss erfahren, dass er vor den Sünden der Vergangenheit nicht fliehen kann, so sehr er es auch möchte.
Der Regisseur Amos Kollek sowie die Hauptdarsteller Moshe Ivgy und Ran Danker werden für die Präsentation von Festivalleiter Dieter Kosslick erwartet.

“Il y a longtemps que je t’aime…”, so lautet der Titel des heutigen Abschlussfilms. Regisseur Philippe Claudel über sein Drama: “Dies ist ein Film über die Stärke der Frauen, über ihre Fähigkeit zu strahlen, sich neu zu erfinden, neu aufzuleben. Es ist eine Geschichte über unsere Geheimnisse und das Eingesperrtsein. Unser Eingesperrtsein.”
Nach 15 Jahren Haft wird Juliette (Kristin Scott Thomas) aus dem Gefängnis entlassen. 15 Jahre lang hatte sie keinen Kontakt zu ihrer Familie, die von ihr nichts mehr wissen wollte. Nun nimmt ihre jüngere Schwester Léa (Elsa Zylberstein) sie bei sich in Nancy auf, wo sie mit ihrem Mann Luc (Serge Hazanavicius) und zwei Adoptivtöchtern lebt. Juliettes lange Haftzeit und der Altersunterschied haben zur Folge, dass die beiden Frauen sich mehr oder weniger fremd sind. Doch als die Sozialarbeiter Léa auf Juliette ansprachen, erklärte sie sich sofort bereit, die Schwester bei sich aufzunehmen.
Zunächst wirkt Juliette verschlossen und kalt, häufig zieht sie sich zurück. Doch Léa bemüht sich sehr, ihr den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Ihr Ehemann Luc sieht dies mit Unbehagen, während die beiden Adoptivtöchter ganz entzückt über die neue Tante sind. Das Haus ist groß, und oftmals sind Freunde zu Gast: Michel (Laurent Grevill), ein Kollege von Léa und großer Charmeur, trägt ebenso wie das Immigrantenehepaar Samir (Mouss Zouheyri) und Kaïsha (Souad Mouchrik) dazu bei, dass Juliette ins normale Leben zurückkehrt. Gleichzeitig entdeckt Léa, wie sehr ihr die Schwester gefehlt hat, der gegenüber sie eine so große Schuld empfindet. Allmählich stellen die beiden Frauen das Ver­trauen, das die Zeit zerstört hat, zwischen sich wieder her und überwinden die Geheimnisse, das ungesagt Gebliebene, das sie brutal auseinandergerissen hat.
Schauspielerin Elsa Zylberstein sowie Produzent Yves Marmion werden neben dem Regisseur für die Premiere um 22.30 Uhr im Berlinale-Palast anwesend sein.

Zudem wird heute der Ehrenbär an den italienischen Regisseur Francesco Rosi verliehen, der außerdem mit einer Hommage an sein filmisches Schaffen geehrt wird.

Eine Reaktion zu “Donnerstag, 14. Februar - Tag acht der 58. Berlinale”

  1. Mahari Seghid

    A Beautiful Film but the story is just a fiction from the Fantasy of the Author Senait Mehari and the Director Luigi Farloni. The Author of the Book have been found guilty of Defamation fro a German Court,while the Book is OFF the Shelter and Website of the Publishing House. The Film under a German Law Suit made by the Tsebah School and Mahari Seghid has not yet been Screened in Germany but made his way to small Festivals around the World. With the New international Law Suit made by Eritrean O:N:G: (nothing to do with the Government)the Film will end its Defamation of the Thirty Years of Eritrean Struggle.
    African refugees News

Einen Kommentar schreiben